Schloss Meyenburg in der Prignitz

Ein Ausflug in den Nordwesten Brandenburgs

Ein wunderschön saniertes Schloss mit Standesamt, Festsaal, Bibliothek und zwei außergewöhnlichen Museen, ein idyllischer Landschaftspark mit Rondell, Teichen, Bänken und kleinen Brücken – das erwartet sie in Meyenburg.

Der kleine Ort – die Stadt Meyenburg – liegt zwischen den großen Städten Berlin und Hamburg im Nordwesten Brandenburgs; in der Prignitz. Urkundlich erwähnt wurde sie, oder besser gesagt die damals vorhandene Burg, erstmalig im Jahre 1285.

Aus dieser Zeit stammen die ältesten Teile des heutigen Schlosses. Um 1300 siedelte sich das Adelsgeschlecht von Rohr in der Prignitz an. In den Jahren 1865/66 ließ Otto August Alexander von Rohr durch den Berliner Baumeister Friedrich Adler die bis dahin mehrmals erweiterte und aus voneinander getrennten Gebäuden bestehende Burganlage zu einer eindrucksvollen Schlossanlage, im Stil der Neorenaissance, umbauen.

 

Schloss Meyenburg (Foto: Peter Siebke)
Schloss Meyenburg (Foto: Peter Siebke)

Dieses Schloss, mit seinen beiden in ihm beheimateten Museen und dem angrenzenden Park, ist das Schmuckstück des Städtchens. Das eine Museum ist das „Modemuseum Schloss Meyenburg“ und das andere das „Heimatmuseum Meyenburg“.
Das Modemuseum zeigt eine der weltweit größten Privatsammlungen historischer Kleidungsstücke und Accessoires von 1900 bis 1970. Ergänzt werden die sehenswerten Exponate durch ausgesuchtes Mobiliar, originale Fotos, Modezeichnungen, Bildtafeln zu Ereignissen der jeweiligen Zeit und entsprechende zeitgemäße musikalische Untermalung.

Die sehr schön restaurierten Räume des Schlosses sind eine hervorragende Atmosphäre für die sehenswerte ständige Ausstellung, für kulturelle Veranstaltungen und wechselnde Ausstellungen.

Bis zum 31. August 2008 lief die Ausstellung Jugo des Filmmuseums Potsdam. In ihr wurden die originalen Kleider der bekannten Ufa-Schauspielerin Jenny Jugo gezeigt. Die Ausstellung war deshalb interessant, weil die Schauspielerin in ihrem Vertrag ein besonderes Zugeständnis hatte: Sie durfte ihre maßgeschneiderten Filmkostüme behalten – was sonst nicht üblich war. Diese größte geschlossene Kostümsammlung der Ufa-Zeit erwarb das Filmmuseum Potsdam aus dem Nachlass der Schauspielerin.

Das im Seitenflügel und Wehrturm des Schlosses untergebrachte Heimatmuseum gibt Auskunft über die Geschichte Meyenburgs und seiner Umgebung. Bemerkenswert ist die Art der Ausstellung. Sie zeigt in der „Meyenburger Heimatstube“ am konkreten Beispiel des Prignitzer Bauern Wilhelm Runge (1915-2001) das Leben vom Kaiserreich bis ins wiedervereinte Deutschland. Im zweiten Teil der Ausstellung wird in der „Rohrschen Stube“ die Schloss- und Adelsgeschichte sehr anschaulich dargestellt.

Peter Siebke
 
  • Museen
    März bis Oktober Di-So 10-18 Uhr
    November bis Februar Di-So 11-17 Uhr
  • Modemuseum
    Tel.: (03 39 68) 50 69 61
    www.modemuseum-schloss-meyenburg.de
  • Heimatmuseum
    Tel.: (03 39 68) 825 27
    www.schloss-meyenburg.de